Edinburgh Castle thront auf einem erloschenen Vulkan, der vor über 340 Millionen Jahren das letzte Mal ausbrach. Diese beeindruckende Verteidigungsposition auf dem sogenannten Castle Rock ist ein Vulkanschlot, der entstand, als Magma im Schlot des urzeitlichen Vulkans erstarrte. Dieses geologische Fundament machte die Burg über tausend Jahre lang zu einer strategischen Festung und prägte die Geschichte Schottlands von Grund auf.
Historische und geologische Fakten
Die Geschichte der Burg ist so dramatisch wie ihre Lage. Sie ist ein Ort königlicher Geburten, kühner Belagerungen und militärischer Traditionen, dessen Geheimnisse tief in den Steinmauern verborgen sind.
1. Die Burg steht auf einem 340 Millionen Jahre alten Vulkan
Die Burg thront stolz auf dem „Castle Rock“, dem Pfropfen eines Vulkans, der vor Millionen von Jahren ausbrach. Die Gletscherschliffe während der nachfolgenden Eiszeiten trugen das weichere Umgebungsgestein ab und ließen den harten Basaltpfropfen als hoch aufragenden Felsen zurück – die perfekte natürliche Verteidigungsposition für eine Festung. Die Besiedlung des Felsens reicht mindestens bis in die Eisenzeit zurück.
2. Sie ist der meistbelagerte Ort Großbritanniens
In seiner 1.100-jährigen Geschichte hat Edinburgh Castle mindestens 26 große Belagerungen überstanden und ist damit der meistbelagerte Ort Großbritanniens und eine der am häufigsten angegriffenen Festungen der Welt. Ihre strategische Bedeutung führte dazu, dass derjenige, der die Burg hielt, oft ganz Schottland kontrollierte. Zu den wichtigsten Belagerungen gehören die „Lang Siege“ von 1573, bei der ein Großteil der mittelalterlichen Bausubstanz zerstört wurde, und eine geschickte Rückeroberung durch die Schotten im Jahr 1341, die sich als Kaufleute verkleideten.
3. Sie beherbergt das älteste Gebäude Edinburghs
Die St Margaret's Chapel, ein kleines, schlichtes Steingebäude, ist das älteste erhaltene Bauwerk in Edinburgh und stammt aus der Zeit um 1130. Sie wurde von König David I. zum Gedenken an seine Mutter, Königin Margaret, erbaut und überstand den Befehl von Robert the Bruce, die Verteidigungsanlagen der Burg 1314 zu zerstören. Zeitweise wurde sie als Schießpulverlager genutzt, bevor sie im 19. Jahrhundert restauriert wurde.
4. Die Kronjuwelen waren über 100 Jahre lang verschollen
Die „Honours of Scotland“ – Krone, Zepter und Staatsschwert – sind die ältesten Kronjuwelen der Britischen Inseln. Nach dem Act of Union von 1707 zwischen England und Schottland wurden sie in einer Truhe in der Burg eingeschlossen und gerieten in Vergessenheit. Erst 1818 wurden sie von Sir Walter Scott wiederentdeckt und sind seitdem ausgestellt.
5. Einst war sie ein bedeutendes Gefängnis
Die Gewölbe und Keller der Burg dienten jahrhundertelang als Gefängnis. Zu den hier inhaftierten Personen zählten Piraten, Kriegsgefangene aus Konflikten wie dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und sogar ein fünfjähriger französischer Trommlerjunge, der während der Napoleonischen Kriege gefangen genommen wurde. An den alten Holztüren sind noch heute die Schnitzereien der Gefangenen zu sehen.
Traditionen und Kuriositäten
Über ihre Militärgeschichte hinaus ist die Burg für ihre einzigartigen täglichen Traditionen und legendären Artefakte bekannt.
- Die Ein-Uhr-Kanone: Seit 1861 wird fast täglich um 13:00 Uhr (außer sonntags, am Karfreitag und am ersten Weihnachtsfeiertag) eine Kanone von den Zinnen der Burg abgefeuert. Diese Tradition begann als Zeitsignal für die Schiffe im Firth of Forth.
- Mons Meg: Diese riesige mittelalterliche Belagerungskanone aus dem Jahr 1449 war ein Geschenk an König Jakob II. im Jahr 1457. Sie konnte eine 150 kg schwere Steinkugel fast zwei Meilen weit abfeuern. Heute steht sie vor der St Margaret's Chapel.
- Der Stein von Destiny: Dieser alte Sandsteinblock, der neben den Kronjuwelen aufbewahrt wird, ist der Krönungsstein der schottischen Monarchen. Er wurde 1296 von England geraubt und kehrte 1996, 700 Jahre später, endlich nach Schottland zurück.
- Ein Hundefriedhof: Die Burg beherbergt einen kleinen, privaten Hundefriedhof, der in den 1840er Jahren von den Soldaten der Garnison als letzte Ruhestätte für ihre Regimentsmaskottchen und geliebten Haustiere angelegt wurde.
- In der Burg spukt es: Legenden erzählen von mehreren Geistern, darunter ein kopfloser Trommlerjunge, dessen Erscheinen 1960 angeblich ein großes Ereignis vorhersagte, und ein geisterhafter Dudelsackpfeifer, der bei der Erkundung der Tunnel unter der Burg verschwand.
Von ihrem vulkanischen Fundament bis hin zu ihren beständigen militärischen und königlichen Traditionen ist Edinburgh Castle ein lebendiges Denkmal der schottischen Geschichte. Um diese Geschichten selbst zu erleben, können Sie Tickets buchen und die alten Hallen und Mauern erkunden.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Edinburgh Castle so berühmt?
Edinburgh Castle ist berühmt für seine dramatische Lage auf einem erloschenen Vulkan, seine Rolle als wichtige königliche Festung in der schottischen Geschichte und dafür, der meistbelagerte Ort Großbritanniens zu sein. Außerdem beherbergt es die schottischen Kronjuwelen und den Stein von Destiny.
Wem gehört Edinburgh Castle heute?
Edinburgh Castle ist Eigentum der schottischen Minister und wird von Historic Environment Scotland verwaltet. Es ist nach wie vor ein aktiver Militärstützpunkt und dient als Hauptquartier für mehrere schottische Regimenter der britischen Armee.
Was ist der älteste Teil von Edinburgh Castle?
Das älteste erhaltene Gebäude innerhalb der Burganlage und in ganz Edinburgh ist die St Margaret's Chapel. Sie wurde um 1130 von König David I. erbaut.
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